Feng Shui Tipp – April 2016: Feng Shui und Religionen

1. April 2016 Keine Kommentare

Hat Feng Shui etwas mit einer Religion zu tun?

Früher als Feng Shui noch in allen Medien präsent war, hörte man oft abschätzige Aussagen über „Feng Shui Jünger“. Teilweise zurecht, weil durch Halbwissen und mangelnde Erfahrung Feng Shui Berater oft über das Ziel hinaus geschossen haben. Jesus hatte „Jünger“ Ist Feng Shui deshalb eine Religion, oder einfach nur eine profane Einrichtungslehre aus Asien? Weder noch – doch lesen Sie selbst!

Immer wieder äussern kritische Stimmen, dass man eine asiatische Lehre nicht im Westen anwenden kann. „Wir haben doch unsere eigene Kultur und die hat doch auch altes Wissen angesammelt?“, hinterfragen diese die Anwendbarkeit von Feng Shui im Westen zusammen. Solche und ähnliche Aussagen sind weit verbreitet. Dabei hat die Integration von Feng Shui überhaupt nichts mit der asiatischen Kultur zu tun – ausser, dass Feng Shui dort entwickelt wurde.

Feng Shui ist so wenig eine Religion, wie es Apple auch nicht ist. Hier trotzdem ein satirischer Vorschlag, wie man aus den lehren Kirchen ein Ort der Begegnung machen könnte.

Feng Shui ist so wenig eine Religion, wie es Apple auch nicht ist. Hier trotzdem ein satirischer Vorschlag, wie man aus den leeren Kirchen ein Ort der Begegnung machen könnte.

Feng Shui ist Wissenschaft

Würde es einem chinesischen Wissenschaftler einfallen, die Erkenntnisse der westlichen Wissenschaft in Frage zu stellen, nur weil diese aus dem Westen kommt? Wohl kaum, weil die westliche Wissenschaft auf der Grundlage des kausal-analytischen Weltbildes basiert, welchen für den gesamten Globus anwendbar ist. Die taoistische Wissenschaft wurde in Asien auf einem anderen Fundament aufgebaut. Es ist das klassische Kreislaufdenken der Chinesen. Diese Wissenschaft hat durch Beobachtung der Natur und deren Phänomene Zusammenhänge erfasst, die sich in Naturgesetzen beschreiben lässt. Diese Gesetzmässigkeiten kennen wir teilweise unter der Bezeichnung der „Universellen Gestze“. Das wichtigste dieser Gesetze ist das Polaritätsgesetz, welches besagt, dass es in der materiellen Welt nichts geben kann, ohne einen entsprechenden Gegenpol. Diese Gegensatzpaare beschreiben die weiblichen und männlichen Prinzipien unter den Sammelbegriffen Yin und Yang.

Philosophie der Naturgesetze

Feng Shui ist darum nichts anderes, als die Umsetzung der universellen Gesetze auf die Anordnung der Umgebung, damit die besten Rahmenbedingungen für menschliches Leben gewährleistet ist. Diese Gesetze wurden über jahrtausende aufgrund von Beobachtungen erstellt und feinsäuberlich festgehalten. Sichtbare wie auch unsichtbare Phänomene wurde kategorisiert. Daraus hat man unter anderem Schlüsse gezogen, wie ein Haus platziert und angeordnet sein soll, um Glück und Harmonie zu sichern.

Religion und Wissenschaft im Westen

In den alten westlichen Kulturen hatte man auch ein bestimmtes Wissen über diese Zusammenhänge gesammelt. Es gab Strömungen über die griechischen Philosophen, welche grösstenteils ihr Wissen aus der ägyptischen Kultur ableiteten. Weiter hat es auch archaisches Wissen der Kelten, Germanen und anderen Völkern gegeben. Keine dieser Kulturen kamen jedoch über einen Status hinaus, dass man von einem komplett beschreibbaren Weltbild hätte reden können. – Geschweige denn von einer Wissenschaft. Wie wir wissen, hat die christliche Religion im Westen dieses alte vorhandene Wissen fast gänzlich ausgerottet. Mit dem Beginn der Aufklärung und der Etablierung der westlichen Wissenschaft wurde Wissen und Religion komplett getrennt. Die Kirche blieb dabei, dass die Erde eine Scheibe sei und dass Gott die Welt in 7 Tagen erschaffen hat, obwohl die Wissenschaft diese Theorie schon längst widerlegt hatte.

Kreislaufweltbild der Chinesen

Ähnlich ist es der chinesischen Kreislauf-Wissenschaft ergangen. Mit der Kulturrevolution hat Mao dieses Wissen als Religion betitelt und liess alles, was damit in Zusammenhang stand, ausrotten. Heute wird diese Philosophie in China geduldet, hat aber kaum mehr eine Bedeutung. Zum Glück konnten einige alte Schriften gerettet werden. Diese fanden auch im Westen Verbreitung. Vor allem die Traditionelle Chinesische Medizin trug dazu bei, dass dieses Wissen auch westlichen Wissenschaftlern zugänglich gemacht werden konnte. Um die Zusammenhänge in der Medizin zu verstehen, musste jedoch ein anderes Weltbild, als das westliche Weltbild als Basis dienen. Hier im Westen gibt es weder eine Beschreibung der universellen Energie „Ch’i“ noch die „5-Elemente-Lehre“. Macht sich ein Wissenschaftler jedoch die Mühe, in dieses Kreislaufdenken einzutauchen, wird er erkennen, dass diese Wissenschaft in sich viel präziser ist,  als die mechanische Weltsicht im Westen.

Naturgesetze gelten auch im Westen

Darum können wir abschliessend festhalten, dass diese Beschreibung der Naturgesetze im Westen genau so gelten, wie auf der östlichen Erdkugel. Es spielt also keine Rolle, ob man Feng Shui im Westen anwendet, oder im Osten. Die Umsetzung kann im entsprechenden kulturellen Kontext erfolgen. Die ästhetischen Aspekte haben im Feng Shui absolut keine Bedeutung. Feng Shui muss man nicht sehen. Man soll die Wirkung an den Resultaten messen. Asiatisches Design mag zwar gefallen, sie spielt im traditionellen Feng Shui jedoch überhaupt keine Rolle. Es geht einzig und alleine um die Energieströme, die ein möglichst harmonisches Miteinander von Natur und Mensch sichert. Darum ist die taoistische Philosophie, welche die Basis für die Chinesische Medizin und auch für Feng Shui und andere Praktiken darstellt, genau so keine Religion, wie es auch die Firma „Apple“ nicht ist. Dies obwohl die Fans dieser Firma auch oft als „Apple-Jünger“ tituliert werden. 😉

Wer mehr zum Kreislaufmodell der Chinesen wissen möchte, findet wertvolle Informationen dazu im neuen Buch: Taoistisches Gesichter-Lesen, Autor: Wendelin Niederberger

Dies ist ein Auszug aus dem neusten Neumondbrief Nr. 139 von Wendelin Niederberger, Leiter der Feng Shui Schule Schweiz FSS. (Ganzheitliches Institut für persönliche Weiterentwicklung auf der Basis Taoistischer Weisheitslehren) Wenn Sie den ganzen Brief gerne lesen möchten, finden Sie hier das PDF der aktuellen Ausgabe vom April 2016:

Neumondbrief Nr 139, 03_2016

Die Einstiegsfrage zu diesem Neumondbrief lautete: Findets du auch, dass die Zeit reif ist, alle Religionen zu verbieten?“

Das „Bravo des Monats“ in diesem Brief wurde verliehen an: Günther Schwarz, der als Theologe und evangelischer Pastor 50 Jahre lang jeden Tag Aramäisch gelernt hat, um Jesus in seiner Muttersprache zu verstehen. Er sagt, dass 90% der Bibeltexte falsch übersetzt wurden oder bewusst gefälscht wurden. Franz Alt, der bekannte Fernseh-Journalist hat die Arbeit von Günther Schwarz im Buch „Was Jesus wirklich gesagt hat“ zusammengefasst.

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