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Geniales Marketing im Internet?

Ist das Verbot von Heilpflanzen ein dreister Trick, um eine Million perfekter Internetadressen zu generieren?

Im Neumondbrief Nr. 83 vom 3. Mai 2011 haben wir Kritik an der Lauterkeit des Massenmails zum Verbot von Naturheilpflanzen geübt. Dafür haben wir einmal mehr massiv Prügel und eine Menge von Abmeldungen des Gratis-Informationsbriefs erhalten. Manchmal scheint es so, als wolle man unbedingt alles glauben, was im Internet veröffentlicht wird.

Eine sehr verärgerte Leserin hat uns gebeten, unsere Äusserungen zu widerrufen. Hier ihre Begründung: “Wenn es das jetzt auf EU-Ebene im grossen Stil gibt, dann denke ich, ist ein Aufschrei sehr wohl gerechtfertigt! Schade haben Sie hier die Chance vertan, einem Wandel mehr hin zur Natürlichkeit und weniger Chemie eine Tür zu öffnen.”

Damit sind wir sehr wohl einverstanden. Was aber in Tat und Wahrheit abgelaufen ist, lässt einem die Haare zu Berge stehen und sollte einmal aus einem etwas kritischeren Betrachtungswinkel angeschaut werden. Was ist der grösste Wert in einem Unternehmen? Eine Adressdatei, die genau das Zielpublikum enthält, welches für die angebotenen Produkte und Dienstleistungen empfänglich ist. Wer also perfekte Mailadressen von Menschen mit ganzheitlichem Interesse generieren möchte, startet im Internet eine Kampagge gegen die bösen Pharmalobbys oder gegen Verordnungen, die ganzheitliche Medizin in Frage stellen und schon läuft der Motor. Plötzlich sind alle gerne bereit, ihre normalerweise streng gehüteten Adressen, zur Verfügung zu stellen. Unvorstellbar, welcher Wert eine Million solcher Adressen hat, die man mit einer relativ einfachen Kampagne in wenigen Wochen sammeln kann.

Bedenklich ist die Tatsache, dass kaum jemand diese Kampagnen kritisch zu hinterfragen scheint. Sofort kursieren die schlimmsten Verschwörungstheorien. Eine andere Leserin des Neumondbriefes hat von ihrem Granderwasser-Verkäufer den Hinweis erhalten, dass jetzt sogar ein so weit verbreitetes Gewürz wie Kardamon in der EU verboten worden sei.

Laut eigenen Recherchen ist das Küchengewürz Kardamon, wie das Bild hier beweist, im EU-Raum nach wie vor erhältlich.

Unsere sofortige Recherche in Deutschland hat ergeben, dass die von uns damit beauftragte Hausfrau im nächsten Lebensmittelgeschäft Kardamon “ganz legal” kaufen konnte. Wer gerne den Beweis möchte, dem können wir auch noch den Kassenzettel und den Strichcode zustellen.

Kommen wir zum Punkt. Wir sind auch der Meinung, dass man sich gegen jede Eingrenzung persönlicher Freiheit wehren sollte. Wir sind auch der Meinung, dass es nicht angeht, dass Organisationen mit viel Geld, Macht oder Einfluss über die Freiheit der Menschen bestimmen sollen. Wir sind aber der Meinung, dass jede Aktion, die lanciert wird, kritisch angeschaut werden darf.

Selbstverständlich kann jeder tun und lassen, was er will, solange alle fühlenden Wesen respektiert werden. Aber es ist auch ein Recht, darauf hinzuweisen, wenn eine an sich “gute Sache” für einen wahrscheinlich eher weniger guten Zweck missbraucht wird. Einmal mehr scheint hier das Thema der “Projektion” in den Mittelpunkt zu treten. Zeigt es uns doch immer wieder, was wir in uns selber noch zu bearbeiten haben.

Damit alle Leserinnen und Leser des Neumondbriefes wieder in Ruhe schlafen können, hier ein Beitrag, der erklärt, um was es bei dieser Kampagne tatsächlich geht:

http://www.zeitpunkt.ch/news/artikel-einzelansicht/artikel/die-neuste-ente-verbot-natuerlicher-heilmittel.html

Selbstverständlich kann man auch diesen Artikel in Frage stellen. Wenn aber unser Leben nur noch geprägt wird von solchen angstmachenden Theorien, dann ist das Leben nicht mehr das, was es eigentlich sein sollte, nämlich ein Freudenfest von hoffentlich vielen spannenden Erfahrungen.

Sogar die Deutsche Apothekerlandeskammer hat aufgrund der Hysterie einen Beitrag aufgeschaltet:

http://www.lak-bw.de/artikel/irritationen-angesichts-i.html?no_cache=1&tx_tt

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Wer gerne das Originaldokument der EU-Verordnung lesen möchte, findet hier noch den entsprechenden Link:

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:32004L0024:DE:HTML

Wer übrigens Marketing auf eine ganzheitliche Art und Weise lernen möchte, kann sich gerne für den folgenden Kurs anmelden:

Magnetisches Marketing im Kleinbetrieb vom Dienstag, Mittwoch, 1. / 2. November 2011.
Garantiert mit viel Spass und Freude lernen Sie, wie Sie jede Menge Adressen auf völlig legale Weise sammeln können und damit Ihren Umsatz und Gewinn steigern. ;-)

  1. 17. Mai 2011, 05:47 | #1

    Hallo Herr Niederberger,
    ueber den neuesten Newsletter von HPZ bin ich auf diesen Blog gekommen.
    Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie Menschenmassen manipuliert werden koennen.
    Allerdings ist es gar nicht einfach, bei der heutigen Informationsueberflutung, den “richtigen Kanal” einzustellen. Wem kann man denn ueberhaupt noch trauen? Ich stimme voellig mit Ihnen ueberein, dass man, speziell die im Internet zur Verfuegung gestellten Informationen sorgfaeltig pruefen sollte. Ich bin 2009 mit meiner Frau von Deutschland nach Florida umgezogen. Hier gibt es sogar Stevia zum “Versuessen”. Ist das mittlerweile auch in Deutschland frei erhaeltlich? Ich finde es auf jeden Fall gut, dass Sie sich dieses Themas angenommen haben und wuensche Ihnen auch weiterhin frei erhaeltliche Gewuerze in Deutschland.

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